Und jetzt: Laufen lernen

Foto von Norman Milwood von Pexels

1 Jahr Was geht trotzdem HAPPY BIRTHDAY meine liebe Website!

Nun ist es schon 1 Jahr her, dass du das Licht der Welt erblicktest, oder korrekter: dass die Welt dich erstmals erblicken konnte.
Eigentlich wollte ich vor allem bloggen, auf dem öffentlichen Forum der Diskussionen einen Marktstand mit Meinungen anbieten, die weitab von Hassrede und dem Senf sind, den heutzutage jeder meint dazugeben zu müssen, ob fundiert oder nicht, Hauptsache schnell. Ich denke entschleunigt, und vor allem möchte ich erst nach dem Durchdenken etwas von meinem aktuellen Weltbild hergeben, so dass das Geschriebene dann durch die Zeit Bestand hat.
Zum Bloggen braucht man jedoch eine eigene Webseite, sofern man sich nicht allein den Themen anderer Plattformen anschließen möchte. Also musste ein Volkshochschulkurs für WordPress her, und ich danke Metin für seine Geduld und das Nicht-Verzweifeln, wenn ich erstmal nur erstaunt aus der Wäsche guckte.
Mein Sohn wurde dann zu einer Art Geburtshelfer, schenkte mir die Seite zu meinem Geburtstag (inklusive des preiswerten Ionos-Hostings). Er war der erste, der sich mit dir befasste, durch Einrichtung und Vorauswahl des Themes.
Lieber Volkshochschullehrer, jetzt habe ich eine Vorstellung davon, was es mit all diesen Begriffen auf sich hat, die mir dereinst fremd waren.
Und liebe WGT-Seite, du bist eins der besten Geschenke, das ich je bekommen habe. Du motivierst mich sogar zu frühem Aufstehen, um die Arbeit fortzusetzen, freiwillige Weiterbildung. Kreativ und sachlich, selfmade und KI, Zeitloses und Aktuelles, alles unter einem Hut. Und ich könnte noch beliebig viele Kategorien dazu packen, wenn es mir sinnvoll schiene. Jetzt weiß ich ja, wie es geht.

Deinen Namen „Was geht trotzdem?“ hatte ich dir schon lange vor deinem Erscheinen gegeben. Er beruht auf einem Bericht über mein psychisches Empfinden zu dem, was mir zuhause und auf der Straße begegnete inklusive Gewalterfahrungen. Es geht um die Lebensgestaltung, die trotzdem noch möglich ist und nun auf mehr oder weniger normalen Bahnen verläuft. Der Bericht ist noch nicht auf der Seite zu finden, vielleicht bin ich da wieder übervorsichtig, im Übrigen fehlen dafür noch Einverständnisse für verwendete Bilder und Songs. Vor allem scheint es mir wichtig, vorzugsweise das auf die Seite zu stellen, das auch für andere Menschen nützlich sein könnte, sei es als konkrete Alltags-Aktionen, zur stimmungsaufhellenden Unterhaltung oder gar zur Horizont-Erweiterung. Meine eigenen Bildungsressourcen fließen vor allem in den Bereich „Bedenkenswertes“ mit ein. Wie ließen sie sich besser öffentlich machen als durch dich, WGT?

Ein Jahr lang habe ich dich nun gepampert, dir die Windeln von Impressum und Datenschutz angelegt, um dich im Trockenen zu halten. Dass das gelegentlich nötige Auffrischen derselben mir nicht ganz so viel Spaß bereitet, vergessen wir’s.
Ganzheitlich gesehen tust du mir gut! Ich habe eine sinnstiftende Tätigkeit in eigener Verantwortung, die mir Spaß macht und wenig Kosten verursacht, die mich Müdigkeit und Stimmungstiefs überwinden lässt und die mir zudem die Möglichkeit gibt, meinen „Vorlass“ selbst zu verwalten, bevor irgendjemand meine Schreibereien im Nachlass findet und sie möglicherweise nicht in meinem Sinn behandelt (der Tag möge fern sein).

Meine liebe WGT, du trägst das in dir, was ich der Welt freiwillig von mir offerieren möchte, und wer weiß, vielleicht kommt später noch mehr dazu, von anderen.
Wenn dann also eines fernen Jahrhunderts irgendwelche Aliens auf die Spuren der Menschheit stoßen, dann sollen die Beiträge, die ich auf dir hinterlasse, wenigstens gute Facetten des menschlichen Daseins und Denkens repräsentieren, keine Wutschriften sein, die gibt es anderswo mehr als genug.
Das waren wir!“ darf dann unsere Fähigkeit zum friedlichen Miteinander zeigen, Dialog und achtsame Kommunikation und zuweilen auch Humor als beste Werkzeuge auf dir verewigt.

Unsere Beziehung hat in diesem Jahr noch keine Krise durchgemacht, liebe WGT. Ich hege und pflege dich wie ein kleines Kind, halte unpässliche Kommentare und Shitstorms von dir ab, bis du stark genug sein wirst, (für dich) selbst zu sprechen.

1 Jahr: Zeit laufen zu lernen.
Besser geht immer!“, das wissen wir, und eine hübschere und umgänglichere Gestalt werde ich dir vielleicht auch noch geben können.
Mögen die äußeren Umstände deine Entwicklung nicht stören,

Alles Gute dafür!