
Foto von Zane Lee auf Unsplash
Findet ihr es nicht auch fantastisch, was sich alles aus Sternenstaub, der wir ja letztlich alle sind, entwickelt hat? Menschen, mit Sprache und Bewusstsein über sich selbst, das ist schon etwas, das nicht nur extrem unwahrscheinlich war, sondern sich dementsprechend selten im Universum ereignen dürfte. Ja, ich glaube daran, dass auch irgendwo anders in den Weiten des Alls Leben entstanden ist und dass wahrscheinlich auch jenes den hier festgestellten Mechanismen der Evolution unterliegt. Aber es dürfte dort anders gelaufen sein, und die Wahrscheinlichkeit, dass wir darauf treffen, solange die Menschheit noch existiert, dürfte extrem gering sein. Wir müssen uns erst einmal mit uns selbst begnügen. Für eine Chance, die vermeintlichen Aliens kennenzulernen, können wir im Moment wohl nur aufs „Weltraum-Fernsehen“ hoffen, die Bilder, die uns Sonden senden, die mittlerweile in weite Entfernungen vorgedrungen sind, und dann werden wir vielleicht mal das Glück haben, etwas zu finden, was sich als Leben bezeichnen lässt. Die Staubmenge ist eben wesentlich größer als das, was daraus entstehen kann. Das von uns definierte „Nichts“ (Vakuum?, mit Sternenstaub, d.h. chemischen Elementen? und ohne Licht?,..) umfasst eben wesentlich mehr als daraus (mit großen Energien!) entstandenes „Etwas“, das wir uns (an)fassbar und sichtbar wünschen, so dass es unserem Erkenntnisapparat zugänglich wird.
Umso mehr, finde ich, sollte man dieses Etwas hochachten und ihm mit Wertschätzung gegenübertreten! Selbst im Alter der Gentechnik sind wir nicht diejenigen, die das Leben erschaffen, in Gang gesetzt haben. Wir können es nur fortsetzen, vielleicht auch einzelnes abändern, aber wir werden niemals eine Übersicht darüber haben, was diese Abänderungen für das „System Erde“ bewirken. Die Chaos-Theorie, nach der der Schlag eines Schmetterlingsflügels auf der einen Seite der Erde über Ursache-Wirkungs-Netze einen Hurricane auf der anderen Seite bewirken kann, zeigt deutlich auf, was wir alles nicht (genau) nachvollziehen können, worauf sich auch unsere Ohnmacht, die es in Wirklichkeit ist, gründet. Unsere Selbstwirksamkeit ist doch vergleichsweise bescheiden, wenn man diese Größenordnungen betrachtet.
Wie vermessen und verblendet erscheint da dieser Machbarkeitswahn, von dem einige besessen sind. Das von uns vielfach so bezeichnete „Nichts“, vor allem dessen Nicht-Handhabbarkeit ist in der Übermacht! Wie lächerlich erscheinen dagegen die Machtspielchen allzu vieler Möchtegern-Machthaber und Lenker, die nicht einmal die Vielfalt des menschlichen Seins zu beherrschen vermögen. Vielleicht sollte jeder Mensch doch etwas bescheidener werden und erst einmal die eigenen Gefühle beherrschen lernen (letztlich auch aus Sternenstaub entstanden, beeindruckend nicht wahr?) anstatt sich über andere Herr machen zu wollen, die ja ihre eigenen Gefühle haben, die man m.E. nur durch persönliche Gespräche hinreichend sichtbar machen kann.
Langer Rede kurzes Fazit: Lasst ab von euren Mitmenschen, vor allem davon, ihr Leben übernehmen zu wollen! Ihr habt keine Chance, einen anderen Menschen aus dem Äther heraus zu verstehen. Zu groß ist das, was da nach Milliarden von Jahren individuell entstanden ist. Nehmt euch selbst ernst, aber weniger wichtig für das große Ganze!
Ein Zusammen unter Menschen funktioniert allein mit persönlichen Begegnungen, mit persönlichem Austausch.
Und lernt endlich, das Leben der anderen wertzuschätzen. JedeR hat ein natürliches Recht darauf zu leben! Wir alle haben eine Ahnengeschichte von ca. 3 1/2 Milliarden Jahre hinter uns, sind also genauso alt und wertvoll. Wie könnt ihr euch da erdreisten, des anderen Leben so oft geringzuschätzen? Der einzige und wahre Herrscher ist und bleibt auf der Erde „Mutter Natur“, während wir einen lenkenden Gott (im traditionellen Sinn) für keine einzige Erklärung irdischen Daseins benötigen. Allein der Glaube an Gott erklärt so manches menschliche Verhalten, nicht aber die hypothetische Existenz solch einer Erscheinung im All. Es mag sie jenseits der Unendlichkeit geben, aber alles Geschehen auf der Erde kann mit mehr oder weniger Mühe ohne ihn/sie erklärt werden!
Wir haben hier genug mit uns selbst als Menschheit zu tun und mit den Wirkungen unseres Handelns und Nicht-Handelns. Man denke „nur“ ans Weltklima in jedem Sinn.
Das so von uns benannte Nichts wird das Etwas zeit- und mengenmäßig immer übertreffen. Umso wichtiger ist es doch, das Etwas wertschätzend zu pflegen und für sein Wohlergehen zu sorgen!